Wer sich das erste Mal mit Google Ads für sein Unternehmen beschäftigt, stößt schnell auf verwirrende Preisangaben. Agentur A verlangt 250 € im Monat. Agentur B ruft 5.000 € auf. Für scheinbar dieselbe Leistung. Die Frage ist berechtigt: Was stimmt denn nun?
Die ehrliche Antwort lautet: beide. Und je nachdem, wo auf dieser Skala Sie stehen, bekommen Sie entweder ein seriöses Angebot — oder einen teuren Fehler. In diesem Artikel zerlegen wir die DACH-Preisstrukturen nach Zielgruppe, erklären die drei häufigsten Abrechnungsmodelle und nennen die roten Flaggen, an denen Sie unseriöse Anbieter erkennen.
Die drei Abrechnungsmodelle in DACH
Bevor wir über konkrete Zahlen sprechen, müssen wir verstehen, wie Agenturen ihre Leistung berechnen. Im DACH-Raum haben sich drei Modelle etabliert — jedes mit Vor- und Nachteilen.
Monatliche Pauschale
Das klassische Modell: Sie zahlen einen Fixbetrag pro Monat, unabhängig vom Werbebudget. Übliche Spanne: 500 – 2.000 € für KMU, 2.000 – 5.000 € für mittelständische Unternehmen.
Vorteil: Planbar. Sie wissen vorher, was auf Sie zukommt. Agenturen haben keinen Anreiz, Ihr Budget künstlich aufzublasen.
Nachteil: Bei sehr kleinen Werbebudgets (< 1.500 €/Monat) ist das Verhältnis ungünstig — Sie zahlen 600 € Gebühr für 500 € Ads-Spend. Das rechnet sich nicht.
Prozentsatz vom Werbebudget
Hier zahlen Sie 15 – 20 % Ihres monatlichen Ad-Spends an die Agentur. Bei 10.000 € Spend also 1.500 – 2.000 € Gebühr.
Die Agentur hat einen Anreiz, Ihr Budget zu erhöhen — nicht Ihre Effizienz zu steigern. Bei einem fairen Partner ist das kein Problem. Bei einem unseriösen Anbieter kostet es Sie Zehntausende pro Jahr. Fragen Sie immer nach Effizienz-KPIs (CPL, ROAS) — nicht nur nach Reichweite.
Erfolgsbeteiligung
Die Agentur wird nur bezahlt, wenn definierte Ziele erreicht werden (z. B. Leads, Umsätze). Klingt fair — ist aber selten. Warum? Weil Google Ads ein Team-Sport ist. Ihre Landing-Page, Ihre Produktqualität und Ihr Angebot entscheiden mit über den Erfolg. Keine Agentur nimmt das Risiko, für externe Faktoren bezahlt zu werden, die sie nicht kontrollieren kann.
Wenn Sie ein rein erfolgsbasiertes Angebot bekommen — prüfen Sie es sehr genau. Meistens ist im Kleingedruckten ein Mindesthonorar versteckt oder die Zielvereinbarung so formuliert, dass sie praktisch immer erfüllt wird.
Preisspannen nach Unternehmensgröße
Jetzt zu den konkreten Zahlen. Diese Tabelle basiert auf über 200 analysierten Angeboten von DACH-Agenturen im Zeitraum 2024-2026 sowie eigener Branchenerfahrung:
| Segment | Werbebudget/Mon. | Agentur-Gebühr/Mon. | Gesamt/Mon. |
|---|---|---|---|
| Sehr kleines KMU | 500 – 1.500 € | 400 – 800 € | 900 – 2.300 € |
| KMU mit Wachstumsfokus | 1.500 – 5.000 € | 800 – 1.500 € | 2.300 – 6.500 € |
| Mittelstand | 5.000 – 15.000 € | 1.500 – 3.000 € | 6.500 – 18.000 € |
| Large B2B / E-Commerce | 15.000 €+ | 3.000 €+ | 18.000 €+ |
Wichtig: Diese Zahlen sind Orientierung, keine Dogmen. Eine Nischen-B2B-Kampagne mit 2.000 € Budget kann mehr Management-Aufwand erzeugen als ein Standard-E-Commerce-Account mit 15.000 €. Die Komplexität entscheidet, nicht nur die Höhe.
Fünf rote Flaggen bei Google-Ads-Angeboten
Aus Erfahrung mit Kunden, die uns erst nach einer schlechten Agentur-Erfahrung kontaktiert haben, haben sich fünf klare Warnsignale herauskristallisiert:
- Preise unter 250 € pauschal. Rechnerisch deckt das 1-2 Arbeitsstunden pro Monat. Für ernsthafte Optimierung reicht das nicht.
- Keine Mindestlaufzeit. Klingt kundenfreundlich, ist es aber nicht. Jeder seriöse Account braucht 3 Monate Einarbeitung und Optimierung, bevor Ergebnisse stabil sind.
- „Garantierte Top-Positionen bei Google". Niemand kann das garantieren. Wer es tut, ist unseriös.
- Keine Einsicht in das Werbekonto. Wenn Sie kein Read-Access auf Ihr eigenes Konto bekommen, läuft etwas falsch. Das Konto gehört Ihnen, nicht der Agentur.
- Vertragslaufzeiten über 12 Monate. Gute Agenturen binden ihre Kunden durch Ergebnisse, nicht durch Verträge.
Der häufigste Fehler von KMU: Sie entscheiden nach Preis, nicht nach Vertragsfairness. Ein 800-€-Angebot mit 24 Monaten Mindestlaufzeit ist teurer als ein 1.400-€-Angebot, das monatlich kündbar ist.
— aus Beratungsgesprächen, 2024-2026
Was in einem seriösen Angebot enthalten sein muss
Wenn Sie ein Agentur-Angebot prüfen, achten Sie auf diese Bestandteile:
- Setup-Phase separat aufgeführt: Konto-Einrichtung, Tracking, Keyword-Research, Kampagnen-Struktur. Einmalige Kosten, die transparent sind.
- Conversion-Tracking inkludiert: Ohne GA4 + Google Tag Manager + saubere Events sehen Sie nicht, ob die Kampagnen funktionieren. Das muss im Leistungsumfang stehen.
- Regelmäßiges Reporting: Mindestens monatlich, besser Live-Dashboard mit Echtzeit-Daten.
- Fester Ansprechpartner: Nicht „unser Team", sondern eine Person mit Namen und E-Mail-Adresse.
- Klare Kündigungsbedingungen: Nach der Mindestlaufzeit monatlich kündbar.
- Datenbesitz geregelt: Schriftlich fixiert, dass das Werbekonto und alle Daten nach Kündigung bei Ihnen bleiben.
Ein minimaler Event-Push an den GTM-dataLayer — so wie er auf jeder Kontakt- oder Lead-Seite laufen sollte — sieht z. B. so aus:
// Beispiel: Lead-Conversion an GTM senden
window.dataLayer = window.dataLayer || []
window.dataLayer.push({
event: 'lead_form_submit',
form_id: 'contact_main',
value: 50,
})Bitten Sie die Agentur vor Vertragsabschluss um einen 15-minütigen Walkthrough ihres Reportings. Wer das ablehnt oder kein strukturiertes Format zeigen kann, arbeitet wahrscheinlich nicht datengetrieben genug.
Fazit: Preis ist nicht Wert
Die Frage „Was kostet Google Ads?" hat keine einfache Antwort — und das ist okay. Wichtiger als der absolute Preis ist, was Sie dafür bekommen und ob das Verhältnis zu Ihrem Ziel passt.
Für ein KMU mit 2.000 € monatlichem Werbebudget sind 900-1.300 € Agenturgebühr realistisch — wenn die Agentur Setup, Tracking, laufende Optimierung und Reporting liefert. Darunter wird selten ernsthaft gearbeitet, darüber fangen Sie an, für Overhead zu bezahlen.
Wenn Sie unsicher sind, ob ein konkretes Angebot fair ist — lassen Sie es von jemandem durchsehen, der keinen Vertriebsabschluss damit erreichen will. Ein 30-minütiges Erstgespräch bei uns ist kostenlos und enthält genau diese Einschätzung: ob Sie zu viel zahlen, zu wenig zahlen oder im Rahmen liegen.