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Was kostet eine Business-Website wirklich? Eine ehrliche Aufschlüsselung

Dieselbe Website kann 2.500 € oder 25.000 € kosten — und beide Preise können fair sein. Wir zeigen, woraus sich die Rechnung wirklich zusammensetzt, wo der Markt 2026 steht und welche Features auf welchem Tier realistisch sind.

Maksym GulenkoFounder · VELA
·10 Min. Lesezeit
websitepreisekmukosten

"Was kostet eine Website?" ist eine der häufigsten Fragen, die wir in Erstgesprächen hören. Und eine der schwierigsten, weil die ehrliche Antwort lautet: zwischen 2.500 € und 25.000 € — und beide Enden der Spanne können für KMU richtig sein.

Der Unterschied liegt nicht in der Anzahl der Seiten oder daran, ob "WordPress oder Custom" verwendet wird. Er liegt in fünf Komponenten, die jede Website hat — und die in jedem Angebot unterschiedlich gewichtet sind.

In diesem Artikel zerlegen wir die Komponenten, zeigen die DACH-Stundensätze 2026, rechnen drei realistische Beispiele durch und erklären, welche Hidden Costs in 8 von 10 Erstangeboten fehlen.

Vorab: was hier nicht steht:

Wir reden hier über Business-Websites für KMU und Mittelstand — Marketing-Sites mit 5–25 Seiten, Lead-Generierung und Content-Pflege. Web-Apps, E-Commerce-Stores und Custom-Plattformen sind eigene Kostenkategorien und folgen anderen Regeln.

Die fünf Komponenten einer Business-Website

Egal ob 2.500 € oder 25.000 € — jedes seriöse Angebot besteht aus diesen fünf Posten. Wenn einer fehlt, fehlt nicht das Geld, sondern die Leistung dahinter:

  1. Strategie & Discovery — Zielgruppe, Botschaft, Sitemap, Content-Strategie
  2. Design — UX-Wireframes, UI-Design, ggf. Branding-Anpassungen
  3. Development — Frontend, Backend, CMS, Integrationen
  4. Content — Texte, Bilder, ggf. Übersetzungen
  5. Infrastruktur & Launch — Hosting, Domain, SSL, Analytics, SEO-Basics

Die Verteilung dieser Posten verrät, was für eine Art Anbieter Sie vor sich haben. Bei einem typischen 8.000-€-Projekt sehen wir folgende Verteilung:

KomponenteAnteilIn Stunden bei 110 €
Strategie & Discovery10 – 15 %7 – 11 Std.
Design (UX + UI)25 – 35 %18 – 25 Std.
Development35 – 45 %25 – 33 Std.
Content (Texte allein)5 – 15 %4 – 11 Std.
Infrastruktur & Launch5 – 10 %4 – 7 Std.

Wenn das Angebot 0 % Strategie und 80 % Development ausweist, bauen Sie sehr wahrscheinlich eine Theme-Anpassung — keine Website. Wenn 60 % auf Design entfallen, bekommen Sie ein Designstück, das im Browser möglicherweise schlecht funktioniert. Die Verteilung ist ein Indikator.

Stundensätze 2026 in DACH

Die wichtigste Variable, die Pauschalen treibt, ist der Stundensatz. Er variiert in DACH drastisch je nach Standort, Spezialisierung und Anbietertyp:

AnbietertypStundensatz netto
Freelancer (Junior, < 2 J. Erfahrung)50 – 75 €
Freelancer (Senior, 5+ J.)90 – 140 €
Kleine Agentur (3–10 Personen)100 – 150 €
Mittelgroße Agentur (10–50 Personen)130 – 200 €
Premium-Agentur (München, Hamburg, Zürich)180 – 280 €

Diese Spannen sind keine Bewertung der Qualität — sondern der Preisstruktur. Eine kleine Tiroler Agentur mit 130 € Stundensatz kann technisch dasselbe liefern wie eine Münchner mit 220 €. Was Sie zusätzlich bezahlen, sind Standortmiete, Account-Management-Layer und Marken-Premium.

Bei einer Standard-Business-Website von 60 – 100 Stunden Aufwand ergibt das eine Spanne von 6.000 € (Junior-Freelancer) bis 28.000 € (Premium-Agentur) — für dasselbe Endprodukt.

Aufschlüsselung pro Komponente

1. Strategie & Discovery

Was wirklich passiert (oder passieren sollte): Zielgruppen-Analyse, Conversion-Pfade definieren, Sitemap erstellen, Content-Strategie skizzieren, Wettbewerbs-Analyse. Bei B2B kommt oft Customer-Journey-Mapping dazu.

Realistische Spanne: 4 – 12 Stunden für ein KMU-Projekt. Bei 110 € Stundensatz also 440 – 1.320 €.

Was hier oft schiefgeht: Discovery wird auf "ein Kennenlern-Gespräch" reduziert. Das reicht für eine Theme-Auswahl, nicht für eine strategische Website. Wenn Sie für 4-stelligen Betrag bauen lassen, sollten mindestens 4 Stunden Discovery passieren — sonst wird die Website nichts anderes als eine bessere Visitenkarte.

2. Design (UX + UI)

UX-Wireframes (low-fidelity, Struktur und Logik) plus UI-Design (high-fidelity, finales Look-and-Feel) plus Design-System-Light (Typografie, Farben, Buttons, Card-Patterns).

Realistische Spanne: 15 – 40 Stunden, je nach Anzahl der Templates und Designsystem-Tiefe.

UmfangStundenBei 110 €
Theme-Anpassung (kein UI-Design)0 – 40 – 440 €
Light Custom Design (3 Templates)12 – 201.320 – 2.200 €
Volles Custom Design (5–8 Templates)25 – 402.750 – 4.400 €
Premium Custom + Animationen + Designsystem40 – 80+4.400 – 8.800 €

Wenn jemand "Custom Design" verkauft und im Mockup nur ein Theme von ThemeForest mit anderen Farben zeigt, ist das keine Custom Design. Bitten Sie vor Auftrag um zwei oder drei Konzept-Skizzen, nicht nur eine — sonst bekommen Sie das, was die Agentur für Sie ausgewählt hat, nicht das, was zu Ihrem Geschäft passt.

3. Development

Hier wird das Design technisch umgesetzt. Die Bandbreite ist enorm, weil "Website" 2026 vieles bedeuten kann:

SetupAufwand (8 Seiten)Bei 110 €
WordPress + Theme + Page Builder15 – 25 Std.1.650 – 2.750 €
WordPress + Custom Theme30 – 50 Std.3.300 – 5.500 €
Headless (Next.js + WP/Sanity)40 – 70 Std.4.400 – 7.700 €
Custom Static (Next.js, Astro)35 – 60 Std.3.850 – 6.600 €

Was treibt die Spanne:

  • Animationen und Interaktivität — eine Hero-Animation kostet 2 Stunden, ein voll animiertes Storytelling-Layout 20+
  • Integrations — CRM (HubSpot, Pipedrive), Booking-Tools, Custom-Forms mit Zapier-Routing
  • Internationalisierung — Sprachauswahl, Übersetzungs-Pipeline (next-intl mit zwei Sprachen kostet ca. 6 – 10 Stunden zusätzlich)
  • Custom-CMS-Strukturen — wenn Inhalte-Modelle über Standard-WordPress hinausgehen

4. Content (Texte und Bilder)

Der am häufigsten unterschätzte Posten. Wenn Sie keinen eigenen Texter haben, müssen die Texte von jemandem geschrieben werden — und das ist nicht Teil der "Standard-Website-Erstellung".

Realistische Kosten 2026:

  • Copywriter freiberuflich: 80 – 200 € pro Seite (eigene Texte) oder 0,80 – 2,50 € pro Wort
  • Stock-Bilder: 50 – 300 € pro Lizenz, Premium oft 500 €+
  • Eigene Foto-Produktion: 800 – 3.500 € für einen Halbtag mit Fotograf
  • Übersetzung DE → EN: 0,12 – 0,25 € pro Wort

Eine 8-Seiten-Website hat typischerweise 2.500 – 5.000 Wörter Text. Bei 0,15 € pro Wort sind das 375 – 750 € für Texte allein. Wenn das im Angebot fehlt, müssen Sie es entweder selbst schreiben — oder später extra zahlen.

5. Infrastruktur & Launch

Hosting-Setup, Domain-Konfiguration, SSL-Zertifikat, GA4 + Tag Manager, Search Console, robots.txt, sitemap.xml, basic SEO (Meta-Tags, OG-Tags, Schema-Markup), DSGVO-konformes Cookie-Banner, Backups einrichten.

Realistische Spanne: 4 – 10 Stunden. Bei 110 € also 440 – 1.100 € einmalig.

Plus laufende Kosten ab Launch:

  • Hosting: 15 – 80 €/Mon. (managed WordPress: Kinsta, WP Engine; Vercel/Netlify Pro für Next.js)
  • Domain: 10 – 25 €/Jahr
  • SSL: meist im Hosting inkludiert
  • CMS-Lizenzen: WordPress kostenlos, Sanity 0 €/Mon. bis ~$99/Mon., Contentful ab €300/Mon.

Drei realistische Beispielrechnungen

Diese Beispiele sind komplett — keine Hidden Costs, keine Überraschungen nach Vertragsabschluss:

Tier 1: Basic Business-Website (5 Seiten, WordPress + Custom Theme)

Geeignet für: Lokale Dienstleister, Handwerk, kleines KMU mit klarem Service-Angebot.

Strategie & Discovery (4 Std.)            440 €
Design (Custom-Light, 3 Templates, 14 Std.) 1.540 €
Development (WP Custom Theme, 25 Std.)    2.750 €
Content (Texte vom Kunden, Stock-Bilder)    150 €
Infrastruktur & Launch (5 Std.)             550 €
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Einmalig                                   5.430 €

Laufend pro Jahr:
Hosting (Premium Shared)                    240 €
Domain                                       15 €
Updates & Wartung (4 Std./Quartal × 4)    1.760 €
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Jahr 2+                                    2.015 €

Tier 2: Premium Business-Website (10 Seiten, Next.js Headless)

Geeignet für: B2B-Mittelstand, Wachstumsorientierte KMU, Unternehmen mit eigener Markenidentität.

Strategie & Discovery (10 Std.)           1.100 €
Design (Custom 6 Templates + Designsystem-Light, 30 Std.) 3.300 €
Development (Next.js + Sanity CMS, 55 Std.) 6.050 €
Content (Copywriting 4.000 Wörter)          600 €
Foto-Produktion (Halbtag)                 1.200 €
Infrastruktur & Launch (8 Std.)             880 €
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Einmalig                                  13.130 €

Laufend pro Jahr:
Vercel Pro                                  240 €
Sanity Growth                             1.140 €
Domain                                       15 €
Care-Retainer (2 Std./Mon. × 12)          2.640 €
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Jahr 2+                                   4.035 €

Tier 3: Premium Brand-Site (15 Seiten, Custom Animations, DE+EN)

Geeignet für: Premium-Marken, internationale B2B, Markteintritts-Sites mit hohem Branding-Anspruch.

Strategie & Discovery (16 Std.)           1.760 €
Design (Custom 10 Templates + Designsystem, 65 Std.) 7.150 €
Development (Next.js, Animationen, i18n DE/EN, 90 Std.) 9.900 €
Content (Copywriting + Übersetzung)       1.800 €
Foto-Produktion (Ganztag + Lifestyle)     2.500 €
Infrastruktur & Launch (12 Std.)          1.320 €
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Einmalig                                  24.430 €

Laufend pro Jahr:
Vercel Pro                                  240 €
Sanity Team                               1.910 €
Domain                                       15 €
Evolve-Retainer (4 Std./Mon. × 12)        5.280 €
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Jahr 2+                                   7.445 €

Das alles ist netto, zzgl. MwSt. Brutto kommt also je nach Land 19 – 20 % obendrauf.

Hidden Costs: was selten im Erstangebot steht

Über die fünf Komponenten hinaus gibt es Posten, die in 8 von 10 Erstangeboten fehlen:

  • Bestehende Daten migrieren. Wenn Sie eine alte Site haben, müssen Inhalte migriert und URLs umgeleitet werden. Aufwand: 4 – 16 Stunden, je nach Umfang. Ohne diese Arbeit verlieren Sie SEO-Rankings beim Launch.
  • 301-Redirects. Bei einem Relaunch ist das Pflicht — alte URLs müssen auf neue zeigen, sonst gibt es 404-Fehler in Google. Aufwand: 2 – 6 Stunden plus pflege.
  • DSGVO-Compliance. Cookie-Banner, Datenschutzerklärung, Impressum, Auftragsverarbeitungs-Verträge mit Drittanbietern. Aufwand: 3 – 8 Stunden plus laufende Pflege.
  • CMS-Schulung. Damit Ihr Team selbst Inhalte pflegen kann, braucht es 1 – 3 Stunden Schulung. Manche Agenturen rechnen das ab, andere haben es inkludiert — fragen Sie konkret nach.
  • Browser-Testing. Wenn die Site auf älteren iOS-Versionen oder im Firefox seltsam aussieht, ist das oft das Resultat fehlender Test-Stunden. Realistisch: 5 – 10 % des Development-Budgets für QA.
Faustregel:

Wenn ein Angebot deutlich unter Tier 1 liegt (also unter ~5.000 €), fehlt fast immer mindestens eine der oben genannten Komponenten. Fragen Sie schriftlich, was nicht inkludiert ist — und was es zusätzlich kosten würde.

Was Sie für 2.500 € bekommen — und was nicht

Mit einem 2.500-€-Budget bekommen Sie 2026 in DACH realistisch:

  • ✅ Eine WordPress-Site mit ~25 Stunden Theme-Anpassung
  • ✅ 4 – 6 Seiten, Standard-Pages (Home, Über uns, Leistungen, Kontakt)
  • ✅ Mobile-responsive (Theme-Standard, kein Custom)
  • ✅ Basis-SEO (Yoast oder RankMath, Standard-Settings)
  • ❌ Keine Strategie-Phase
  • ❌ Keine eigenständige UX/UI-Design-Phase
  • ❌ Keine Texte (Sie liefern Inhalte selbst)
  • ❌ Keine Custom-Funktionalität
  • ❌ Keine Performance-Optimierung
  • ❌ Kein gedankliches Conversion-Design

Das ist nicht "schlecht" — es ist passend für: Vereins-Website, sehr lokales Handwerk ohne Skalierungs-Anspruch, Personal Brands ohne Lead-Generierung. Wenn Sie aber von der Site Anfragen erwarten und sie strategisch nutzen wollen, sind 2.500 € zu wenig — die fehlenden 80 % der Komponenten holen Sie später teurer nach, oder Sie geben den Kanal mental auf.

Fazit: Nicht der Preis entscheidet, sondern die Verteilung

"Was kostet eine Website?" ist die falsche Frage. Die richtige Frage ist: "Welche Komponenten sind in diesem Angebot enthalten — und welche nicht?"

Drei Tests vor Vertragsunterzeichnung:

  1. Verteilung prüfen. Bittet Sie das Angebot aufzuschlüsseln in die fünf Komponenten? Wenn der Anbieter es nicht kann (oder will), läuft etwas falsch.
  2. Hidden Costs ansprechen. Migration, Redirects, DSGVO, Schulung — fragen Sie schriftlich nach jedem Posten. Das, was nicht im Angebot steht, kommt später.
  3. Stundensatz erfragen. Auch wenn Sie pauschal kaufen — der Stundensatz hinter der Pauschale verrät, ob Sie eine Junior-Freelancer-Lösung oder Premium-Agentur kaufen. Beides kann richtig sein, aber Sie sollten wissen, was Sie tun.

Wenn Sie ein konkretes Angebot prüfen lassen wollen — wir machen das kostenlos, in 30 Minuten Erstgespräch. Sie senden uns das Angebot vorab, wir markieren, was fehlt, was überteuert wirkt und welche Fragen Sie der Agentur noch stellen sollten. Kostenloses Erstgespräch buchen.

Was wir gelernt haben: Die häufigste Reue nach einem Website-Projekt ist nicht "ich habe zu viel bezahlt", sondern "ich habe nicht verstanden, was ich bekomme". Diese Aufschlüsselung soll genau das verhindern.

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